Sachsen Anhalt Meisterschaft 2011

 

Freitag Abend 18 Uhr im Zuckerturm. Die Routen für die Sachsen Anhalt Meisterschaft sind geschraubt, oder zumindest fast, nur eine muss noch von einem stark verspäteten Nachzügler fertiggestellt werden, die Organisatoren sind mit sich zufrieden. Alle Beteiligten freuen sich auf die nächsten Tage, die die nun 4. Sachsen Anhalt Meisterschaften im Sportklettern werden sollen.

 

Samstag früh, viel zu früh, rückten die Autos mit den ersten Startern an. Und zwar mit denen, denen ihr Alter die volle Mündigkeit bisher verwehrte, sprich den Kindern und Jugendlichen. Aus Platz- und Spannungsgründen hatten diese nämlich ihren eigenen Wettkampftag bekommen. Die Erwachsenen sollten am Tag darauf, Kalenderkundige ahnen es – richtig – am Sonntag folgen. Um punkt 9:30 wurden alle begrüßt und die ersten Qualifikationsrunden wurden zunächst vorgeklettert und dann durch die Starter in Angriff genommen. Meter um Meter rangen sie den nicht immer gnädig geschraubten Routen ab, während die Sicherer tapfer stundenlang ihre Hälse verränkten, Schiedsrichter ihre Augen keine Sekunde von den Routen abwandten und Routenschrauber kritisch ihr Werk an den Leistungen der Teilnehmer bewerteten. Gegen 13 Uhr wurde es spannend. Die Finals begannen und die Kinder lernten den Begriff Isolation kennen. In diese mussten sie nämlich während ihre Konkurrenten, jeweils die besten 6 aus den Vorrunden durften im Finale starten, in den besonders schweren Finalrouten ihr bestes gaben. Die erreichten Höhen reichten von Absprunghöhe bis fast oben. Letztendlich gab es klare Ergebnisse, abgesehen von kleineren Unstimmigkeiten zwischen Schiedsrichtern und überangagierten Elternteilen. Bei den jüngsten Startern der Altersklasse Kinder siegte Ferdinand Holland aus Halle. Die ersten Plätze der Schüler B holten sich Johanna Mühlpfordt und Tom Sauer aus Halle. Bei den A-Schülern kletterten die Hallenserin Pia Zuber und der Dessauer Lukas Kunze am weitesten. In der Kategorie Jugend B holte sich Dominik Höhne aus Dessau den ersten Platz, bei den älteren A-Jugendlichen war das Eileen Meseg aus Thale.

Gegen 15 Uhr kehrte gespenstische Stille ein in die Kletterhalle und alle Organisatoren und Helfer konnten ausspannen.

Am Tag darauf wiederholte sich das Szenario. Punkt 8 rückten die ersten Autos an. Diesmal jedoch fast ohne Kinder. Wettkämpfer waren die Fahrer selbst, nebst Begleitungen. In den Kategorien der Junioren, Senioren und Mittelfeldbelegern gingen die Großen daran, ebenfalls in 2 Quali- und jeweils einer Finalroute ihr Können zu beweisen. Oder dessen fehlen. Gegen 14 Uhr hieß es auch hier: „Allemann ab in die Isolation“. Während die Finalrouten hergerichtet wurden fand ein eingeschobener Speedkletterwettbewerb statt, für den sich einzutragen vorher die Möglichkeit bestanden hatte. Um alterstechnische Differenzen in der Schnelligkeit auszugleichen, wurde hier ein Bonuspunkte-System eingeführt. Für jedes durchlebte Jahrzehnt wurden den Teilnehmern 2 Sekunden abgezogen. Einziger Nachteil hier: jeder musste unverblümt und mit knallharter Ehrlichkeit sein Alter preisgeben. Sieger wurden Tino Kluge aus Merseburg und Juliane Streithoff aus Dessau.

Kurz darauf begannen auch schon die Finals. Hierbei wurde es spannend und allgemein überraschend. Bei den Damen scheiterte die unangefochtene Favoritin Caroline Wolff aus Magdeburg an einigen weiten Zügen. Juliane Streithoff kletterte hier entscheidend weiter und sicherte sich nochmals den ersten Platz. Auch bei den Herren musste der Vorjahressieger Lars Walendy seinen Titel abgeben. Seinen Platz auf dem Treppchen nahm Benjamin Gerono aus Halle ein, Lars rutschte auf Platz 3. Bei den Senioren verteidigte Helge Pohl aus Halle seinen Titel und hielt den ersten Platz besetzt. Die Damen der Generation Ü40 besetzten den ersten Platz mit Andrea Linke aus Dessau. Bei den Junioren siegte Max Schulze aus Halle.

Veredelt wurde dieser Wettkampf durch Markus Hoppe, amtierenden deutschen Meister, der das Schrauben der Routen übernahm.

Der Tag endete bei Teilnehmern und Helfern mit Bier und Brötchen und die Planungsphase der Sachsen Anhalt Meisterschaft 2012 begann.