IG-Einsatz im Krosigker Bruch (8.11. 2008)

Mit dem guten Wetter kamen zahlreiche Teilnehmer zur Hakensanierung in den Krosigker Bruch am Petersberg. Auch der Verunfallte war gekommen, schilderte uns den Vorfall und gab wertvolle Hinweise zu den neuesten Erkenntnissen des DAV – Sicherheitskreises zum Thema Bohrhaken. Zunächst stellte ich die verschiedenen Hakentypen, angefangen vom normalen Schlaghaken über den Expansionsbohrhaken bis hin zum Klebehaken vor. Die beiden Verbundmörtelsysteme „Glaspatrone“ und „Kartusche“ wurden besprochen.

Um Lehren aus dem geschehenen Unfall zu ziehen, legten wir das Augenmerk auf die Felsfestigkeit und deren Testmöglichkeiten. Dabei fiel uns auf, dass die Felsfestigkeit in einigen Bereichen des Krosigker Bruches zu wünschen übrig lässt. Die Tests leiteten dann nahtlos in den praktischen Teil der Arbeit über. Dabei zeigte sich der Vorteil der vielen Interessierten und Mitarbeiter – es waren etwa 30 IG-Mitglieder und auch Helfer von anderswo (Leipzig, Berlin) gekommen.

Alle Wege konnten parallel überprüft werden, in jede Route stieg eine Seilschaft ein, befestigte ein Seil und begann mit den Tests. Dabei zeigte sich, dass erstens eine Menge nicht normgerechten Materials vorhanden war und zweitens der Fels in zahlreichen Bereichen instabil war. Das ursprüngliche Vorhaben, lediglich Haken auszutauschen, konnte deshalb nicht aufrechterhalten werden. Es mussten im Interesse der Sicherheit einige Kletterwege ganz entfernt werden. Die Arbeiten im einzelnen von links nach rechts entsprechend der Nummerierung im Kletterführer von 2007:

1 Wilde Fantasien: Umlenker gedoppelt, Route wird nochmal geputzt
2 Frühlingsanfang: einzelner Haken sitzt gut, Gestein ist sonst aber brüchig. Die Route verlangt unbedingt Helm und muss mangels Umlenker ausgestiegen werden.
3 Geburtstagsfeier: Haken wurden entfernt (schlechte Haken, brüchiger Fels)
4 Nachfeier: Haken wurden entfernt (schlechte Haken, brüchiger Fels)
Neuer Klettersteig neben 4: Drahtseil und Haken wurden entfernt (schlechte Haken, brüchiger Fels)
5 Sonneneck: Haken wurden entfernt (schlechte Haken, brüchiger Fels)
6 Sonnenplatte: der Umlenker wurde entfernt, wg. brüchigem Fels. Der verbliebene einzelne Bohrhaken in 5 Meter Höhe ist gut und kann evtl. zum Topropen verwendet werden. Es handelt sich aber nicht um einen Umlenker, so dass ein Karabiner eingeklinkt werden muss.
unbekannter Weg zwischen 6 und 7: Umlenker gedoppelt, ein Haken unten hinzugefügt    

7 Peters Idee: der Umlenker wurde ausgetauscht und kann nun zum Toprope verwendet werden (ist vom Absatz oberhalb zugänglich).
20 Unbekannte: Umlenker ergänzt
22 -24: Umlenker für die Grüne Wand eingesetzt
24 Rechter Grüner Weg: Haken wurden ersetzt
25 Projekt Gelbe Gefahr: Haken wurden entfernt (schlechte Haken, brüchiger Fels)
27 Steinschlagrinne: Haken wurden entfernt (schlechte Haken, brüchiger Fels), brüchiger Fels entfernt
33 Te Hoe Manu: 2. Haken ausgetauscht, brüchiger Fels entfernt
37 Ostweg: Zwischenhaken entfernt, Umlenker muss noch raus (schlechte Haken, brüchiger Fels)
39 Kurzer Riss: Umlenker saniert

Der Krosigker Bruch kann nun wieder zum Klettern freigegeben werden. Wir möchten aber darauf hinweisen, dass die festen Wege ausschließlich in den Sektoren Südwand und Frankenjura zu finden sind. In den Sektoren Untere Südwand, Westwand und kleine Ostwand besteht Helmpflicht für Vorsteiger und Sichernden. Hier noch vereinzelt anzutreffende Normalhaken sind in jedem Fall durch Klemmkeile oder Friends nachzusichern. Herzlichen Dank an alle Helfer für den selbstlosen Einsatz!!!

Gerald Krug IG Klettern Halle / Löbejün