In Berlin steppt der Bär- und das nicht nur horizontal!

Im Mayener Klettergebiet gibt es eine rege Erstbegehungstätigkeit und der kleinräumige Wechsel von Verschneidungen und Kanten am reich strukturierten Basalt ermöglicht eine Vielzahl logischer Linien auf engem Raum. Es sind neben den neuen Bereichen, von denen besonders das Lonnenloch erwähnenswert ist (dazu wird es auf Geoquest auch bald noch Informationen geben, Zufahrtsinfo hier!) auch im beliebtesten Bereich des Gebietes, an der Großen Wand, lohnende Neutouren entstanden.

In der Route Gemütlicher Ausklang 7 an der großen Wand.
Dirk Uhlig hat die eindrucksvollste Kletterlinie Thüringens geknackt. Sie wurde bereits 1964 von den beiden Thüringern Hengelhaupt und Langenhan als abenteuerliche A3/5+ erstbegangen und zieht sich die gesamten überhängenden 90 Meter der Falkenstein-Westkante empor.

Doch lest bei Dirk selbst:
Nachtrag 2010 am Ende dieses Beitrages herunterladen: www.geoquest-verlag.de/
Halle Rocks
Halle Rocks! Diesen schönen, zweideutigen Slogan hat sich unser Potsdamer Gasthallenser Walter Bartl, der auch bouldertechnisch schon Spuren im rotgelben Felsenland hinterlassen hat, ausgedacht.
Benjamin Gerono ist eruptiert! Und das nicht von Kuchen oder Gänsebraten, sondern von Explosivkraft! Diese war auch bitter nötig, denn "Eruption" Fb 7b/b+ ist ein Gewaltakt, der einen extrem weiten Dynamo verlangt, um über zwei, von steilem Gelände getrennte Dächer zu klettern. Ja, klettern, denn der Begriff bouldern ist bei der Länge des Problems kaum noch angemessen, und auch der highballtaugliche Ausstiegsmantle tendiert in diese Richtung.
Drei Jahre sind seit Erscheinen des Kletterführers Mayen vergangen und die Erstbegeher waren nicht untätig. Damit ihr eine Übersicht über die neu hinzugekommenen Routen habt, sind diese nach Teilgebieten geordnet in folgenden pdf-Dateien zum Herunterladen für Euch aufbereitet worden.

Tolle Tour am Felsfenster der "Hölle": Das äußere Höllentor 7
Auch in Mitteldeutschland werden neue Schwierigkeitsdimensionen erreicht. Wie soeben zu erfahren war, hat Frank Jaenecke nach intensiver Ausboulderarbeit die unmittelbar links der Terra Nova liegende Direktlinie geknackt (sozusagen die "Supernova") und am 21. 7. 2009 erstbegangen.

Das Ablassen über der Wand führt schnell zum Kontaktverlust. Foto: Hagen Nitzsche
Sanierungsbedarf!
Wie mir Christiane Nastarowitz-Bien und Andreas Bien (Berlin) mitgeteilt haben, ist die Tour "Pfeiler" (der ganz linke, längste Brückenpfeiler) wohl nicht mehr gefahrlos vorsteigbar.

Neue Routen gibt es seit Mitte September am Kletterturm Wolfen. Im Rahmen eines Sanierungsauftrages durch die Stadt Wolfen habe ich noch 4 Linien mit und ohne Griffe hinzugefügt, so dass es jetzt insgesamt 8 neue Routen gibt. Außerdem wurden auch für’s Bouldern an den daneben befindlichen Blöcken sowie im Fußbereich des Turmes Strukturen gebohrt.
Mit dem guten Wetter kamen zahlreiche Teilnehmer zur Hakensanierung in den Krosigker Bruch am Petersberg. Auch der Verunfallte war gekommen, schilderte uns den Vorfall und gab wertvolle Hinweise zu den neuesten Erkenntnissen des DAV – Sicherheitskreises zum Thema Bohrhaken. Zunächst stellte ich die verschiedenen Hakentypen, angefangen vom normalen Schlaghaken über den Expansionsbohrhaken bis hin zum Klebehaken vor. Die beiden Verbundmörtelsysteme „Glaspatrone“ und „Kartusche“ wurden besprochen.
